Schulchronik

Schulchronik

Die Schulgeschichte Hengersbergs im Wandel der Jahrhunderte
Schulchronik Hengersberg

Zur Schulgeschichte schreibt Mater Oberin Kornelia Burnhauser in ihrem Heimatbüchlein von 1924, dass Hengersberg seine Entstehung um das Jahr 1000 dem hl. Gotthard von Niederalteich verdankt, der es sich zur Aufgabe machte, den Wald nordwärts seines Klosters in Kultur zu nehmen, Kirchen und Schulen zu errichten, wie es seine Ordensregel vorschrieb.

Das Kloster Niederalteich, eines der größten von Europa, aus dem Leuchten der Wissenschaft und Tugend hervorgingen, trug mit der Christianisierung auch die 1. Bildung in das noch ganz unkultivierte Waldland.

Der hl. Benediktus machte seinen Söhnen die Erziehung der Jugend zur Pflicht. So wurden denn auch in Niederalteich schon bei dessen Gründung Schulen eröffnet, eine innere Schule zur Heranbildung von Priestern und Gelehrten und eine äußere oder Elementarschule für das Volk.

Durch das ganze Mittelalter hindurch war Niederalteich ein hervorragender Gelehrtensitz. Der inneren Schule entwuchsen Bischöfe, Äbte, zahlreiche Künstler und Gelehrte. Unterrichtsgegenstände in den Elementarschulen waren zunächst die christlichen Glaubens- und Sittenlehren, ferner Lesen, Schreiben, Rechnen und Singen.

Schon der hl. Gotthard, 946 geboren, Sohn armer Höriger vom nahen Reichersdorf bei Schwanenkirchen, ging täglich zu Fuß zur Schule nach Niederalteich. 992 trat er dort ins Kloster ein, 997 wurde er Abt und leitete als solcher die Schule des Stiftes. Es heißt ausdrücklich von ihm, dass er seiner Schule mit 55 Kindern vorstand und bei einer epidemischen Krankheit seine kranken Schüler in der ganzen Umgebung besuchte.

Da nun Hengersberg unter dem Schatten des Klosters von Niederalteich stand, werden die Mönche darauf gedrungen haben, dass die hiesige Jugend die Klosterschule besuchte. Dazu kam noch das eigene Interesse und Bedürfnis nach Bildung im aufstrebenden Bürgertum mit seinen Innungen; war ja Hengersberg ein wichtiger Handelsplatz an der großen Donaustraße. Als Hafen und Landungsplatz des Nachbarortes Niederalteich musste es naturgemäß auch Anteil nehmen an dessen Ereignissen und Vorteilen.

Abt Kaspar ließ im Jahre 1540 zwischen Niederalteich und Hengersberg eine schöne Straße anlegen. Paulus Gmainer, der Sohn des herzoglichen Gerichtsschreibers von hier, besuchte mit solchem Erfolg die Schule zu Niederalteich, dass er schon zwei Jahre nach seinem Eintritt in den Orden im Jahre 1550 zum Abt erhoben wurde. Sein Schüler Bernhard Hilz, auch ein Hengersberger und einer seiner Nachfolger (1593), nahm sich ganz besonders um seinen Heimatort Hengersberg an, indem er demselben nicht nur die Rohrbergkirche, sondern auch eine eigene Schule gab.

1612

Abt Bernhard kaufte 1612 dem von Haus zu Haus herumziehendem Schullehrer in Hengersberg einen steten Wohnsitz. Neben den Kloster-, Pfarr- und Mesnerschulen gab es im Mittelalter auch Winkelschulen und herumziehende Lehrer. Alle Schulen waren Privatschulen, Schulzwang gab es nicht.

Das zuerst geschichtlich erwähnte, von Abt Bernhard erbaute Schulhaus, stand zwischen dem jetzigen Feuer- und Lochnerhaus. Der Durchgang bei diesem großen, turmartigen Gebäude wurde bis zum Abbruch im Jahre 1854, „Unter der Schule“ genannt. Ursula Gmainer, eine Verwandte von Abt Gmainer, stiftete im Jahre 1619 ein Almosen von 600 fl., wovon ein Teil als Schulgeld für arme Kinder und als Zuschuss für den Schulmeister bestimmt war.

Durch den 30jährigen Krieg, bei welchem unser Markt 4 mal geplündert und gebrandschatzt wurde, kam auch die hiesige Schule wieder in Verfall. 1659 erschien zur Wiederaufrichtung des zerrütteten Schulwesens eine neue Schul und Zuchtordnung für Schulmeister und Kinder und diese blieb maßgebend bis 1770.

In der Tat nahm auch das Schulwesen einen schönen Aufschwung. Die hiesigen Bürger zeigten auch Verständnis und Interesse für die Schule und unterstützten diese kräftig.

Durch den Österreichischen Erbfolgekrieg ging das Schulwesen wieder zurück. 1742 war Hengersberg Kriegsschauplatz. Es machten sich Not und Elend in allen Familien breit. Trotzdem wurde die Schule fortgeführt.

In dieser Zeit machte sich der Schulreformator Heinrich Braun, ein Benediktiner, um das Schulwesen verdient. Er gab neue Richtlinien heraus. Neue Schulbücher wurden herausgegeben. Jeder Lehrer musste seine Befähigung durch ein Zeugnis ausweisen, durfte nebenbei kein Handwerk mehr betreiben, alle Winkelschulen wurden verboten und zur Überwachung der Schulen Inspektoren aufgestellt.

Grundlegend für die Schulreform zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Verordnung vom 23. Dezember 1802, welche die Schulpflicht und deren Dauer vom 6. bis zum vollendeten 12. Lebensjahre, die Errichtung des Schulgeldes und die Behandlung der Schulversäumnisse regelte und eine weitere Verordnung vom 12. Dezember 1803, welche die Feiertagsschule einführte und deren Besuch vom 12.- bis 18. Lebensjahr zur Pflicht machte.

Zur geistigen und sittlichen Erstarkung seiner Schüler legte Lehrer Georg Straßer (1771-1839) aus eigenen Mitteln eine Schülerbibliothek an, die er auch der Schule vermachte. Straßer, ein überaus tüchtiger, strebsamer und gottesfürchtiger Mesner und Lehrer, war ein Muster und Vorbild für Schule und Gemeinde, ein Wohltäter armer Kinder.

Das 1. uns bekannte Schulhaus zwischen dem Feuerhaus Nr. 72 und Lochnerhaus Nr. 128, der Torturm, welcher über die Straße gebaut war, tat seinen Dienst von 1612 - 1808. Er wurde dann an den Müllerbräu verkauft und von diesem erwarb es Färber Hermann, der es 1854 wegen Baufälligkeit abbrechen ließ und weil für die hohen Karden und Heufuhren der sehr niedere Bogen ein Hindernis war.

1808
Altes Schulgebäude

Im Jahre 1808 wurden im Rathaus, das mitten auf dem Marktplatze stand, 2 Lehrsäle eingerichtet. Das war nur ein Notbehelf. Die Räume erwiesen sich bei der wachsenden Kinderzahl zu eng und die Schulgemeinde führte auf der Rohrbergkirche, links vom Gottesackerausgang gegen Schwarzach 1818 ein neues Schulhaus auf, das nur aus 2 Schulräumen bestand.

Das Schulhaus in luftiger Höhe auf dem Rohrbergrücken war nach Umfluss von 42 Jahren wieder zu klein und es musste wiederum auf Abhilfe gedacht werden. Es sollte diesmal die Trennung der Geschlechter vorgenommen werden. 2 Schulhäuser wurden gebaut: 1860 das Mädchenschulhaus, rechts auf der Südseite des Rohrbergs und 1868 das Knabenschulhaus, links davon.

1861 Mädchenschule
Altes Schulgebäude

1861 Mädchenschule

Zur Gründung des Mädchenschulhauses unter Leitung vor Ordensfrauen wurde von Bierbrauer Xaver Müller ein Hopfengarten am südlichen Rohrbergabhang mit 1,90 Tagwerk käuflich erworben. Die Schulgemeinde leistete unentgeltlich Hand- und Spanndienste.

Am 15. Oktober 1861 konnte die Mädchenschule eröffnet und den Englischen Fräulein vom Mutterhaus Altötting übergeben werden. Wegen zunehmender Kinderzahl erfolgte am Mädchenschulhaus im Jahre 1878 ein Anbau in gleicher Front und es wurde eine 3. Lehrkraft hierher berufen. Im Jahre 1918 musste abermals eine Teilung vorgenommen werden. Es wurde eine 4. Lehrkraft aufgestellt. Als Schullokal muss vorläufig als Notbehelf das Sprechzimmer dienen.

Im Jahr 1919 übernahm Oberlehrerin Mater Kornelia Burnhauser, die Verfasserin des Heimatbüchleins, die Leitung der Mädchenschule bzw. den 6. und 7. Kurs.

Mit ihr unterrichteten:

Mater Dominika Scheucher, Lehrerin 4. und 5. Kurs
Mater Xaveria Leitl, Lehrerin 2. und 3. Kurs
Rosa Hindinger, Lehrerin 1. Kurs
Mater Irene Obermeier, Handarbeitslehrerin

1868 Knabenschule

Das Schulhaus in der Gottesackerecke mit nur 2 Lehrsälen entsprach nicht mehr den Anforderungen der Zeit. Die Schulgemeinde ließ daher im Jahre 1868 durch Baumeister Antlsperger das jetzige schöne Knabenschulhaus mit 2 Lehrsälen und Lehrerwohnung ausführen, wobei die beteiligten Gemeinden Hengersberg, Schwarzach und Altenufer kostenlos Hand- und Spanndienste leisteten.

Das Mesnerhaus links neben dem Stiegeneingang in den Gottesacker, welches bisher als Lehrerwohnung gedient hatte, wurde abgebrochen, wie auch das alte Schulhaus links der Kirche, wodurch der Gottesacker bedeutend erweitert wurde.

1911
Schulgebäude Hengersberg

1911

Im Jahre 1911 erhielt das Knabenschulhaus einen schönen Anbau und eine 3. Lehrerstelle. Der Lehrkörper setzte sich aus folgenden Lehrkräften zusammen:

Anton Rieder, Bezirks-Oberlehrer 6. und 7. Schuljahr
Johann Nepomuk Bauer, Lehrer 4. und 5. Schuljahr
Franz Streibl, Lehrer 1., 2. und 3. Schuljahr

1946

Nach schweren Kriegsjahren und eineinhalb Jahren Schließung konnte in der neu renovierten Knabenschule auch der Unterricht für die Oberklassen beginnen.

1951

Schaffung von zwei neuen Schulräumen in der ehemaligen Dienstwohnung der Knabenschule
am Rohrberg.

1958

Einweihung des neuen Mädchenschulhauses südlich des alten Gebäudes am Rohrberg.

1966

Planung einer neuen Knabenschule mit zwei Turnhallen und einer Hausmeisterwohnung.

1968

Übergabe des 1. Bauabschnittes mit acht Klassenzimmern, einem Lehrsaal für Physik, einem
Werkraum, je einem Schulleitungs-, Lehrer- und Lehrmittelzimmer. Im 2. Bauabschnitt wurden sechs weitere
Klassenräume, die Turnhalle und eine Hausmeisterwohnung errichtet.

1969

Bedingt durch die Schulreform und die Vergrößerung des Schulsprengels Hengersberg erfolgte der Anbau vier weiterer Klassenzimmer und eines Werkraums.

Anbau Schulgebäude
1971

Einweihung der neuen vergrößerten Hauptschule Hengersberg, womit eine fast 20jährige Schulraummisere ein Ende fand.

1988

Einweihung des Um- und Erweiterungsbaus der Grundschule Hengersberg.

2001

Architektenwettbewerb zur Sanierung und Erweiterung der Hauptschule Hengersberg.

2002

Kostenermittlung zur Sanierung und Erweiterung bzw. eines Neubaus der Hauptschule.

2004

Schulverband Hauptschule Hengersberg spricht sich für Neubau aus.

2005

Der Schulverband Hauptschule Hengersberg spricht sich mehrheitlich dafür aus, am Neubaubeschluss vom 12. Januar 2004 festzuhalten.

2006

Aufhebung der Neubaubeschlüsse durch den Schulverband Hauptschule Hengersberg aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage des Marktes Hengersberg und gleichzeitiger Beschluss, eine Generalsanierung der Schule durchzuführen. Der Neubau einer Sporthalle wurde verschoben.

2007

Ausschreibung und Vergabe der Architektenleistung.

2009

Spatenstich Sanierung, Erweiterung und Umbau der Mittelschule Hengersberg.

2009/2013

Fertigstellung und Einweihung der Mittelschule und der neuen Doppelsporthalle am Rohrberg.

Schuljahr 2014/15
Schuljahr 2015/16
Schuljahr 2016/17

Das Lehrerkollegium mit Schulleitung 2016/17